Tux - Zillertaler

Rassenbeschreibung Tux-Zillertaler

Tux-Zillertaler Kuh WEIXL - EL 23,2 Milch-kg.

Woher stammt das Tux-Zillertaler?

Über die Herkunft der Tux-Zillertaler gibt es viele Thesen. Die am ehesten glaubhafte stellt die Tux-Zillertaler als Abspaltung der in der Schweiz im Kanton Wallis beheimateten Eringerrasse dar. Das Eringerrind ist im Gegensatz zum Tux-Zillertaler einfarbig, in Typ und Form sind sich die beiden Rassen ähnlich.

Tuxer oder Zillertaler

Ursprünglich gab es nur den Tuxerschlag. Er war schwarz gefärbt mit der typischen Weißfärbung im Lenden- und Schwanzbereich. Besonders beliebt war die sogenannte Feder (federartige Weißfärbung in der Kreuzgegend). Der Kopf sollte kurz und breit sein mit weit nach außen gerichteten Hörnern. Der massig und voll entwickelte Körper mit dem feinen Fußwerk und den starken Klauen waren Voraussetzung für die gute Anpassungsfähigkeit und Vitalität. Durch die Einkreuzung von rot gefärbten Rindern entstand der Zillertaler Tuxerschlag. So spricht man heute noch von den "Roatn" und "Schwarzn", wobei die "Roatn" die roten Zillertaler und "Schwarzn" die schwarzen Tuxer bezeichnen. Aus Tuxer und Zillertaler entstand die Rassenbezeichnung Tux-Zillertaler.

Niedergang der Tux-Zillertaler

Der Niedergang der Tux-Zillertaler begann bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Auf der Internationalen Zuchtausstellung in Paris 1856 kamen die hellen Rinderschläge in Mode. Den dunkelfärbigen Rinderrassen wurde eine schwächere Leistungsbereitschaft nachgesagt. Der totale Untergang kam in den Dreißiger- und Vierzigerjahren. Viele Tux-Zillertalerrinder verkaufte man nach Wien in die dortigen Abmelkbetriebe bzw. die Stiere als Schlachtware. Dieser Aderlaß bedeutete für die Tux-Zillertalerrasse eine zahlenmäßig und qualitativ große Schwächung. Das NS-Regime gab einen weiteren Todesstoß, indem es leistungsstärkere Rassen förderte. Nach dem zweiten Weltkrieg setzten noch die zu enge Blutauswahl und Seuchenbekämpfung (TBC- und Bang) stark zu. Mitte der Siebzigerjahre gab es nur mehr 30 Tux-Zillertalerrinder weltweit.

Tux-Zillertaler Rettung

Durch die Gründung der Vereinigung der Tux-Zillertalerzüchter Tirols im Jahr 1986 wurde der Grundstein für die Erhaltung dieses Tiroler Kulturgut geschaffen. In ganz Österreich wurde verbissen nach Tux-Zillertalern gesucht. Fast hätte man diesen Wettlauf mit der Zeit verloren. Im Haus der Natur in Salzburg meinte man schon 1971 die letzte Tux-Zillertalerkuh ausgestopft zu haben. In einer großen Rettungsaktion in den 80er-Jahren wurde die Rasse wieder gestärkt. Heute werden die Tux-Zillertaler besonders wegen ihrer hervorragenden Fleischqualität gehalten. Für die Mutterkuhhaltung ist das Tux-Zillertalerrind bestens geeignet. Die durchschnittliche Milchleistung der Tuxer liegt bei ca. 4.500 Milch-kg.

Gefördertes Generhaltungsprogramm

Im Rahmen des Programmes der Ländlichen Entwicklung 15-20 wird die Tux-Zillertaler Rasse als hoch gefährdete Rinderrasse gefördert. Die Fördersätze sind 280,- je Kuh und 560,- je Zuchtstier (Haltezeitraum 1.4. - 31.12.).

Zuchtziel Tux-Zillertaler

Welche Ziele sind bei der Tux-Zillertaler Zucht erstrebenswert bzw. welchen Nutzen soll die Tux-Zillertaler Rasse dem Bauern bringen?

Genetische Vielfalt (Varianz): Bei der Anpaarung muß auf eine möglichst breite genetische Basis geachtet werden. Nach wie vor ist die genetische Vielfalt über Wirtschaftlichkeit zu setzen.

Milch: Die Tux-Zillertaler Kuh sollte 4.500 kg Milch mit 4,0 Fett-% und 3,3 Eiweiß-% aus dem Grundfutter ohne Kraftfuttereinsatz produzieren. Gut aufgehängte Euter sind wünschenswert.
In der Mutterkuhhaltung soll ein Kalb ausreichend mit Muttermilch versorgt werden können. Die Zitzengröße darf nicht zu groß sein, damit das Saugen für die Kälber leicht möglich ist.

Fleisch: Ein breiter Rücken mit einer guten Behosung ist für die Qualitätsfleischproduktion erstrebenswert. Bei der Klassifizierung sollen die Klassen R, U oder E mit einer Fettabdeckung von 2-3 erreicht werden. Wünschenswert sind für weibliche Tiere tgl. Zunahmen von über 850 Gramm und bei männlichen Tieren von mindestens 1.000 Gramm.

Fitness: Eine Tux-Zillertaler Kuh soll jährlich einmal leicht kalben – die erste Abkalbung im Alter von 30 – 36 Monaten stattfinden. Ihre gute Konstitution soll Grundlage für eine unkomplizierte und lange Haltung sein. Der Anteil an Leicht- und Normalgeburten soll mindestens 95 % betragen. Die Geburtsgewichte sollen nicht höher als 45 kg sein.

Exterieur: Eine Tux-Zillertaler Kuh sollte 125 - 135 cm im Widerrist groß sein, eine große Körpertiefe und feinen Knochenbau besitzen. Trockene Fundamente mit korrekten Körperverbindungen und gesunden Klauen erscheinen bei der Rasse als selbstverständlich.

Rassigkeit: Die rassetypischen Eigenschaften sind zu erhalten. Die Tiere sind rot, braun-weichselbraun oder schwarz gefärbt mit weißer Zeichnung am Rücken (Feder). Weitere rassetypische Merkmale sind ein kurzer und breiter Kopf und brauner Ring um Flotzmaul.

Die Definiton des Zuchtzieles wurde bei der Vorstandssitzung am 15. November 2011 in Straß im Zillertal beschlossen.

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 Rassenbeschreibung Englisch

Fleischleistungskontrolle Tux-Zillertaler 2015

Laut Jahresabschluss der ZUCHTDATA gibt es im Rinderzuchtverband Tirol 177 Tux-Zillertaler Betriebe mit 917 Tux-Zillertaler Kühen, die der Fleischleistungskontrolle angeschlossen sind.

Geburtsgewicht (kg):
männlich: 37,1
weiblich: 35,2

200-Tage-Gewicht und tgl. Zunahmen (kg/gr.):
männlich: 242/1.029
weiblich: 221/929

365-Tage-Gewicht und tgl. Zunahmen (kg/gr.):
männlich: 337/822
weiblich: 313/762

Milchleistungskontrolle Tux-Zillertaler 2015

Laut Jahresabschluss der ZUCHTDATA gibt es im Rinderzuchtverband Tirol 79 Tux-Zillertalerbetriebe mit 210 Tux-Zillertalerkühen, die folgende Durchschnittsleistungen erreicht haben:

Milch-kgFett-%Eiweiß-%Fe/Ei-kg
20144.4293,763,36315
20154.6193,763,36329
Differenz1900,000,0014

Toplisten:

Beste Betriebe FEkg 2015

Beste Kühe 2015

Beste Dauerleistungskühe 2015

Generhaltungsprogramm Tux-Zillertaler

Die Tux-Zillertaler Rasse ist eine der ältesten Tiroler Rinderrassen und aufgrund ihrer Geschichte ein Tiroler Kulturgut!

A) Verantwortliche Organisation (VO)

Die verantwortliche Organisation für die Betreuung der Tux-Zillertaler Rasse österreichweit ist der Rinderzuchtverband Tirol. Der Rinderzuchtverband Tirol ist nach dem Tierzuchtrecht eine anerkannte Zuchtorganisation und gilt als Kontaktstelle für die Rasse Tux-Zillertaler.

Die verantwortliche Organisation führt ein Generhaltungsprogramm (=Zuchtprogramm unter besonderer Berücksichtigung des Gefährdungsgrades der Rasse) durch. Seit 1986 gibt es im Rahmen des Rinderzuchtverbandes (vormals Fleischrinderzuchtverband) einen Züchterausschuss für die Tux-Zillertaler. Der Ausschuss wird alle fünf Jahre gewählt. Der Zuchterausschuss ist für sämtliche züchterischen Angelegenheit der Tux-Zillertaler zuständig.

Aktueller Zuchtausschuss:
Obmann: ÖR. Alois Huber, Hauptstraße 73, 6263 Fügen (05288-62210)
Obmann-Stellvertreter: Karl Mair, Neuwirt 119, 6082 Ellbögen (0512-377175)
Zuchtbuchführer: Josef Haas, Hnr. 15, 6276 Gattererberg (05283-3868)
Vorstandsmitglied: Johann Dengg, Hnr. 5, 6264 Fügenberg (05288-64355)
Vorstandsmitglied: Monika Fankhauser, Grampler 172, 6152 Trins (05275-5378)
Vorstandsmitglied: Peter Gatt, Tarzens 11, 6082 Ellbögen (0650-3301254)
Vorstandsmitglied: Marco Kaufmann, Giggl 184, 6552 Tobadill (0664-1302942)
Vorstandsmitglied: Christian Kostenzer, Lindenweg 2, 6336 Langkampfen (0664-1643533)
Vorstandsmitglied: Wolfgang Niedermühlbichler, Biedring 41, 6352 Ellmau (0664-4032322)
Vorstandsmitglied: Josef Steinberger, Hochfügenerstraße  83, 6264 Fügenberg (05288-64253)
Vorstandsmitglied: Markus Pirpamer, Franz-Senn-Weg 9, 6458 Sölden (05254-8119)
Zuchtleiter: Ing. Christian Moser, Brixnerstr. 1, 6020 Innsbruck (059292-1843)

B) Generhaltungsprogramm

Registrierung:

+ Sämtliche Tux-Zillertaler Rinder sind im Herdebuch registriert und im EDV-System des Rinderdatenverbundes aufgebaut. Das Herdebuch wird vom Rinderzuchtverband Tirol geführt und verwaltet.
+ Das Herdebuch ist geschlossen. Die DNA-Blutuntersuchungen sind für alle Tiere verpflichtend vorgeschrieben. In das Programm werden nur Tiere aufgenommen, wenn die Eltern schon im Programm aufgenommen sind und die Abstammungsüberprüfung mittels DNA-Analyse korrekt ist. Tiere, wo die Eltern nicht im Programm aufgenommen sind bzw. die DNA-Analyse falsch ist, werden samt Nachkommen ausgeschlossen.
+ Jedes Tier muss phänotypisch (exterieurmäßig) entsprechen. Tiere, die exterieurmäßig nicht entsprechen, sind nicht förderungsfähig. Sollten die Nachkommen wieder entsprechen, so können diese aufgenommen werden.
+ Die Tierkennzeichnung erfolgt für alle Tiere nach der EU-Verordnung 820/97.
+ Es muss entweder die Milch- oder Fleischleistungskontrolle durchgeführt werden.
+ Für alle Betriebe ist die Mitgliedschaft beim Rinderzuchtverband Tirol notwendig. Die DNA-Analysen, phänotypische Aufnahme, Stierkörung, Herdebuchführung und Prämienabwicklung wird vom Rinderzuchtverband Tirol durchgeführt.

Anpaarungsprogramm und Anpaarungsmanagement

Das Ziel der Anpaarung ist eine hohe genetische Vielfalt, welche den Grad der Inzucht maximal minimiert. Deshalb ist es unerläßlich, daß eine große Anzahl von Vatertieren eingesetzt wird. Derzeit stehen 16 Stiere aus fünf Blutlinien im Rahmen der künstlichen Besamung den Züchtern zur Verfügung. Im Natursprung werden ca. 40 - 50 Stiere jährlich eingesetzt. Zur Überprüfung der Inzucht wird bei der Tux-Zillertaler Rasse das RDVMATE-Anpaarungsmanagementprogramm verwendet. 

Selektion:

Die Selektion erfolgt in erster Linie nach dem Prinzip der Erhaltung der genetischen Vielfalt und dem Erhalt der rassentypischen Merkmale.
Die Leistung hat nur sekundäre Bedeutung bei der Auswahl der Zuchtstiere für die künstliche Besamung. Um dennoch den leistungsmäßigen Aspekt nicht aus den Augen zu verlieren, werden seit 2001 alle Stiere bei der Körung gemessen (Widerristhöhe, Kreuzhöhe, Brustumfang und –tiefe), damit für die Zukunft entsprechende Mindestmaße definiert werden können.



Neben den allgemein gültigen Kriterien für die Körung sind bei Stieren im breiten Besamungseinsatz folgende Mindestkriterien vorgeschrieben:

Mutterleistung bei Milchleistungskontrolle mind. Leistungsklasse I:

 + Einsatzleistung - mind. 10 kg
 + Eine Laktation – mind. 230 F/Ekg
    Zwei Laktationen – mind. 260 F/Ekg
    Drei Laktationen – mind. 290 F/Ekg

Eigenleistung bei Fleischleistungskontrolle:
 + Entweder bei 200-Tagewiegung mind. Gewicht von 210 kg und tgl. ZN von mind. 900 Gramm
 + oder bei 365-Tagewiegung mind. Gewicht von 300 kg und tgl. ZN von mind. 750 Gramm

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Anpaarungsvorschläge

Die Erhaltung der Tux-Zillertaler hängt wesentlich von der Anpaarung ab. Vor allem die Vermeidung der Inzucht ist dabei ein wichtiger Bestandteil. In folgende Dateien wurden die drei Anpaarungsvorschläge für ein weibliches Tier mit dem geringsten Inzuchtgrad veröffentlicht. Bei Tieren, wo der niedrigste Inzuchtgrad der Anpaarung über 4,0 liegt, wurde nur dieser Vorschlag veröffentlicht (Siehe Anpaarung_Tux-Zillertaler_2015).

Anpaarung Tux-Zillertaler 2015

Tux-Zillertaler alle Anpaarungen 2015

Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Daten sich nicht dazu eignen, die Herdebuchfähigkeit und Prämienfähigkeit eines Tieres zu bestimmen. Die Anpaarung soll immer mit dem Stier mit der niedrigsten Verwandtschaft gemacht werden. Nur so kann Inzucht verhindert werden.

Legende:
Lebensnumer und Name des Tieres = Zu paarende weibliche Rinder (Lebensnummer und Name) sortiert nach steigender Lebensnummer.
Geb.-Dat. = Geburtsdatum des Tieres
Stiernummer und Belegstier = vorgeschlagener Belegstier
Rang = Rangierung der Belegstiere nach steigendem Inzuchtwert (Rang 1 ist der Stier mit der geringsten Inzucht für diese Anpaarung). Für jedes Tier wurden die 3 besten Anpaarungen ausgedruckt. Bei Tieren, wo der niedrigste Inzuchtgrad der Anpaarung bei über 4,0 liegt, wurde nur der beste Vorschlag ausselektiert.
Inzucht = Verwandtschaft des zu paarenden Tieres mit dem Belegstier.

Folgende Besamungsstiere wurden in der Anpaarung berücksichtigt (Die genauen Daten zu den Stieren können aus dem Rinderzucht-Info Ausgabe 3/2015 entnommen werden).

Stiername Lebensnummer Vater Muttersvater
AMADEUS AT 594.660.118 Alex Tasso
ARMIN *neu AT 061.718.818 Antonius Bumser
BENNI AT 435.375.616 Bumser Artus
BILLY AT 636.612.916 Bursch Lukas
BOB AT 932.627.516 Bodo I Santo
JACKSON AT 024.896.617 Jack Judas
JAROM AT 365.768.619 Jack Semm
JOKER AT 984.341.117 Joggl Santo
JOSEF *neu AT 531.435.418 Jetti Saturn
JUMBO AT 477.578.116 Judas Jack
SALSA AT 295.432.817 Samurei Tailor
SAMBA AT 929.192.307 Santo Tuk
SANDRO AT 244.478.322 Sebastian Aichhorn
SEBASTIAN AT 704.827.509 Santo Lukas
TASSILO AT 992.922.117 Tasso Sumatra
TOTAL AT 632.589.518 Timmi Jack

Beispiel: Das Tier „NAGELE“ (Siehe Seite 1 – 1. Tier) mit der Lebensnummer AT 000.693.134 hätte zu Belegstier „TASSILO“ den niedrigsten Inzuchtwert aller Paarungen von 2,78. Würde sie mit „SEBASTIAN“  oder „SALSA“ gepaart, so wäre der Inzuchtwert 3,03 bzw. 3,20.


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