Generhaltungsprogramm Pustertaler Sprinzen
A) Verantwortliche Organisation
Die verantwortliche Organisation für die Betreuung der Pustertaler Sprinzen Rasse österreichweit ist der Rinderzuchtverband Tirol. Der Rinderzuchtverband Tirol ist nach dem Tierzuchtrecht eine anerkannte Zuchtorganisation und gilt als Kontaktstelle für die Rasse Pustertaler Sprinzen.
Die verantwortliche Organisation führt ein Generhaltungsprogramm (=Zuchtprogramm unter besonderer Berücksichtigung des Gefährdungsgrades der Rasse) durch, das die nachstehenden Voraussetzungen erfüllt. 1999 wurde das genehmigte Generhaltungsprogramm für die Pustertaler Sprinzen Rasse in Österreich vom Rinderzuchtverband Tirol eingereicht. Seither wurde mit sehr großem Einsatz und Überwindung von vielen Schwierigkeiten erfolgreich das Erhaltungsprogramm für Pustertaler Sprinzen aufgebaut. Dies war umso schwieriger, da die wenigen Pustertaler Sprinzen auf drei Länder verstreut – Italien, Deutschland und Österreich – gehalten werden. 2003 wurde erstmalig eine Züchterversammlung abgehalten, wobei der Züchterausschuss gewählt wurde. Er besteht aus Obmann, Obmann-Stellvertreter, Zuchtleiter und drei weiteren Ausschussmitgliedern. Der Ausschuss wird alle fünf Jahre gewählt. Dieser Züchterausschuss ist für sämtliche die Rasse Pustertaler Sprinzen angehenden Belange zuständig und Entscheidungsträger.
Aktueller Zuchtausschuss:
Obmann: Thomas Strubreiter, Scheffau 25, 5440 Golling (0664-3819446)
Obmann-Stellvertreter: Dominik Spitzbart, Kranabeth 14, 4663 Laakirchen (0650-6781984)
Vorstandsmitglied: Helmut Lang, Leitenweg 12, 6408 Pettnau (0664-4512512)
Vorstandsmitglied: Elfriede Reinstadler, Schnatzerhof 290, 6521 Fließ (0660-5203794)
Vorstandsmitglied: Franz Moser, Kopfing 6, 8224 Kaindorf (0664-5140646)
Zuchtleiter: Ing. Christian Moser, Brixnerstraße 1, 6020 Innsbruck (059292-1843)
B) Generhaltungsprogramm
Registrierung:
+ Sämtliche Pustertaler Sprinzen Rinder sind im Herdebuch registriert und im EDV-System des Rinderdatenverbundes aufgebaut. Das Herdebuch wird vom Rinderzuchtverband Tirol geführt und verwaltet.
+ Das Herdebuch ist geschlossen. Die DNA-Blutuntersuchungen sind weiterhin für alle Tiere verpflichtend vorgeschrieben. In das Programm werden nur dann Tiere aufgenommen, wenn die Eltern schon im Programm aufgenommen sind und die Abstammungsüberprüfung mittels DNA-Analyse korrekt ist. Tiere, wo die Eltern nicht im Programm aufgenommen sind bzw. die DNA-Analyse falsch ist, werden samt Nachkommen ausgeschlossen.
+ Jedes Tier muss exterieurmäßig begutachtet werden.
+ Die Tierkennzeichnung erfolgt für alle Tiere nach der EU-Verordnung 820/97.
+ Es muss entweder die Milch- und Fleischleistungskontrolle durchgeführt werden.
+ Für alle Betriebe ist die Mitgliedschaft beim Rinderzuchtverband Tirol notwendig. Die DNA-Analysen, Exterieurbegutachtung, Stierkörung, Herdebuchführung und ÖPUL-Prämienabwicklung wird vom Rinderzuchtverband Tirol durchgeführt.
Anpaarungsprogramm und Anpaarungsmanagement
Das Ziel der Anpaarung ist eine hohe genetische Vielfalt, welche den Grad der Inzucht maximal minimiert. Deshalb ist es unerlässlich, dass eine große Anzahl von Vatertieren eingesetzt wird. Derzeit stehen 15 Stiere im Rahmen der künstlichen Besamung den Züchtern zur Verfügung. Im Natursprung werden ca. 20 Stiere jährlich eingesetzt. Um den Inzuchtgrad sehr gering zu halten, wird bei der Pustertaler Sprinzen Rasse das RDVMATE-Anpaarungsmanagementprogramm verwendet. Von jedem Pustertaler Sprinzen Tier wird eine DNA-Blutprobe zwecks Abstammungsuberprüfung gezogen.
Selektion:
Jedes Tier wird phänotypisch beurteilt. Nicht entsprechende Tiere werden aus dem Programm ausgeschlossen. Die Selektion erfolgt in erster Linie nach dem Prinzip der Erhaltung der genetischen Vielfalt.
Die Leistung hat nur sekundäre Bedeutung bei der Auswahl der Zuchtstiere für die künstliche Besamung. Um dennoch den leistungsmäßigen Aspekt nicht aus den Augen zu verlieren, werden seit 2001 alle Stiere bei der Körung gemessen (Widerristhöhe, Kreuzhöhe, Brustumfang und –tiefe), damit für die Zukunft entsprechende Mindestmaße definiert werden können.










