Fleckvieh

Rassenbeschreibung Fleckvieh

WILLE - die aktuelle Nr. 1 in der weltweiten Fleckviehzucht.
Die beiden Kühe vom Fotoshooting 2012 auf der Gramaialm vlnr. LOISI (Vanstein) und ROSALINDA (Rumen)

Die Fleckviehzucht hat eine über 150-jährige Tradition. Fleckviehtiere sind weltweit verbreitet und sie werden sowohl zur spezialisierten Milchproduktion als auch in der Mutterkuhhaltung mit Erfolg eingesetzt. Fleckvieh passt sich an die unterschiedlichsten Voraussetzungen an und ist im Einklang mit Natur und Mensch für die Erzeugung von Milch und Fleisch hervorragend geeignet.

Populationsgröße:

  • Weltweit: 41 Mio. Tiere
  • Europa: 9 Mio. Tiere
  • Österreich: 1,7 Mio. Tiere

International findet Fleckvieh die größte Verbreitung in der Mutterkuhhaltung. Geschätzt werden insbesondere die guten Muttereigenschaften und die gute Milchleistung, die zu hohen Absetzgewichten führen. In den mitteleuropäischen Ländern wird Fleckvieh als Doppelnutzungsrasse (Milch und Fleisch) gezüchtet.

Fleckvieh ist ein fitnessstarkes und leistungsbereites Doppelnutzungsrind. Die optimale Fleckviehkuh in der Milchproduktion hat eine starke Vorhand und weist auch zur Laktationsspitze noch eine für die Stabilität und Gesundheit des Tieres erforderliche Rücken - und Keulenbemuskelung auf. Die Körperproportionen harmonieren im Stand und in der Bewegung. Fleckviehtiere zeichnen sich durch ein stabiles Fundament und fest angesetzte Euter aus, deren Euterboden auch nach mehreren Laktationen eben über dem Sprunggelenk ist.

STIERE

KÜHE

Körpergewicht (kg)

1100 - 1300

650 - 850

Widerristhöhe (cm)

152 - 165

138 - 146

Milchleistung (kg)

-

5500 - 7500

Fettgehalt - Milch (%)

-

4,00

Eiweißgehalt - Milch (%)

-

3,50

Tägliche Zunahme (g)

1250 - 1450

-

Vorzüge beim Fleckvieh sind die guten sekundären Merkmale, wie Fruchtbarkeit, Anpassungsfähigkeit, vorzügliche Eutergesundheit (sehr niedere Zellzahl) und eine sehr gute Futterverwertung. Bekannt ist die Rasse für extrem hohe Stoffwechselstabilität und überdurchschnittliche Persistenz. Die frohwüchsigen und vitalen Kälber eignen sich bestens für die Rindermast und Schlachtkühe erreichen noch ein Schlachtgewicht von 350 - 450 kg bei bester Einstufung in Fleisch - und Fettklasse.

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Zuchtziel Fleckvieh

Die kürzeste Formel des Zuchtziels ist der Gesamtzuchtwert (GZW), wo die Milch-, Fleisch- und Fitnessmerkmale entsprechend der ökonomischen Bedeutung auf Betriebsebene gewichtet sind.

Angestrebt wird vor allem eine Verbesserung der Eiweißmenge und der Fitness bzw. Gesundheit der Tiere unter Konstanthaltung der Fleischleistung sowie eine Steigerung der Lebensleistung. Ziel ist eine lange Nutzungsdauer mit einer mittleren Lebensleistung von 30.000 kg Milch. Dies wird durch eine starke Gewichtung der Fitnessmerkmale mit über 40 % im Gesamtzuchtwert und einer konsequenten Umsetzung der Zuchtprogramme gewährleistet.

Zuchtprogramm Fleckvieh Austria

Als Mitgliedsorganisation in der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterArbeitsgemeinschaft österreichischer Fleckviehzüchter (AGÖF) bekennt sich der Rinderzuchtverband Tirol zum Zuchtprogramm Fleckvieh Austria und ist in Tirol mit der Umsetzung dessen beauftragt.

In diesem Programm wird überregional gemeinsam daran gearbeitet, dass Zuchtziel voranzutreiben und den Züchtern die entsprechende Genetik bereitzustellen, um ein ausgewogenes Doppelnutzungsrind für eine konkurrenzfähige und wirtschaftliche Produktion von Milch, Fleisch und Nebenprodukten zu erhalten.

Großer Wert wird im Zuchtprogramm bei Fleckvieh vor allem auf die funktionalen Merkmale bzw. Fitnessmerkmale gelegt. Nahezu 100 % des Jungviehs und über die Hälfte der Kühe in Tirol werden gealpt, hierzu werden stabile und vitale Tiere benötigt.

Regelung der Namensgebung für Herdebuchstiere in Deutschland und Österreich

Die Anfangsbuchstaben der Besamungsstiere sollten die Linienzugehörigkeit anzeigen und somit für den Züchter eine Hilfe zur Vermeidung von Inzuchtpaarungen sein. Die Praxis der Namensgebung in den letzten beiden Jahrzehnten hat dazu beigetragen, dass dies für den Züchter immer schwieriger wird.
 
So führen einerseits einige voneinander unabhängige Linien denselben Anfangsbuchstaben, wie zum Beispiel die Linien ROMULUS und REDAD oder die Linien HOREX, HUSS und PERUTZ (HUMBERG).
Andererseits täuschen die Umbenennungen einzelner dominanter Stierväter eine Linienvielfalt vor, die es gar nicht gibt, wie zum Beispiel die Umbenennung der REGIO-Söhne auf "I", der RANDY-Söhne auf "V" oder der meisten HORWEIN-Söhne auf "W".
Ziel der neuen Namensgebung , auf die sich Deutschland und Österreich einigten, ist es, dass jeder am Anfangsbuchstaben erkennt, ob die Tiere zur selben Linie oder Unterlinie gehören. Damit soll mit der Namensgebung dem Züchter langfristig wieder eine Hilfestellung in der Vermeidung von Verwandtenpaarungen in die Hand gegeben werden.
 
Wo besteht Handlungsbedarf?
Ein Großteil der Linien, wie z.B. BAYER, HAXL usw. ist von der Neuregelung nicht betroffen. Bei den Linien ROMULUS, STREIK sowie ZANDER besteht nur geringer Handlungsbedarf. Am notwendigsten sind die Änderungen bei den Linien HOREX, REDAD und PRÄFEKT. Eine Aufteilung der Letztgenannten in Unterlinien wird als sinnvoll erachtet.
 
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