Braunvieh

Rassenbeschreibung Braunvieh

Das Braunvieh ist ein einheitlich braunes bzw. graubraunes, mittelgroßes, mittelschweres, behorntes Rind. Die Stiere sind in der Regel dunkler als die Kühe. Die Hornspitzen, das Flotzmaul und die Klauen sind dunkel pigmentiert. Außerdem sind das Flotzmaul sowie die Augen hell gesäumt. Das Braunvieh ist bei relativ feinem Knochenbau gut bemuskelt.

Nutzungsrichtung
Das Braunvieh kann als milchbetonte Fitnessrasse, als Gebrauchskreuzung mit Milch- und Fleischrassen sowie als Mutterkuh-Fleischrasse (Original Braunvieh) eingesetzt werden. Es ist durch seine harten Klauen und guten Fesseln sowie durch die Anpassungsfähigkeit an alle Produktionsbedingungen weltweit gekennzeichnet.

Daher findet man das Braunvieh heute sowohl in intensiven als auch in extensiven Produktionsrichtungen (weide- und laufstalltauglich).

Das aktuelle Zuchtziel setzt sich aus 48% Milch, 5% Fleisch und 47% Fitness zusammen. Als gewünschtes Leistungsniveau wird bei der Milchleistung das zehnfache des Körpergewichtes mit einem engen Fett-Eiweiß-Verhältnis auf hohem Niveau angestrebt. In der Zuchtarbeit wird verstärkt auf die Fitnessmerkmale wie Fruchtbarkeit, Kalbeverlauf, leistungsunabhängige Nutzungsdauer und Laktationspersistenz wert gelegt.

Verbreitung
Die Verbreitung erstreckt sich über weite Gebiete der Alpen und Voralpen. Aufgrund der hohen Milchleistung und der guten Anpassungsfähigkeit ist Braunvieh beinahe weltweit vertreten. Hauptzuchtgebiete sind das Allgäu in Deutschland sowie der Osten der Schweiz.

Zahlen – Braunvieh Tirol

Ø Milchleistung: 7.068 kg – 4,15 % F – 3,45% E – 537 F+E (305 Tage)
Herdebuchkühe: 13.369 in 1.659 Herden

Ø Fleischleistung:
Tagesgewichtzunahme (g)
      200 Tage     365 Tage
M     1.168         950
W     1.048         845
Herdebuchkühe: 278 in 51 Herden

Leistungsbericht

Zuchtprogramm

Stiermutteranerkennung
Die Stiermutteranerkennung wird mit dem 100-Punktesystem durchgeführt. Dieses System hat sich überaus bewährt und die Stiermutterkommission kann im Vergleich zum alten 9-Punktesystem wesentlich mehr variieren.

Folgendes System wurde angewandt:
60 - 90 Punkte bei Erstlingskühen (Ø 80 Punkte)
60 – 99 Punkte bei Mehrmelkkühen (Ø 80 Punkte)
Im Berichtsjahr 2017 wurden die Erstlingskühe im Rahmen dieser linearen Beschreibung bewertet. Diese lineare Beschreibung wurde für das aus der ersten Geburt stammende Stierkalb anerkannt. Für die Aufzucht eines weiteren Stieres muss die Kuh ab der zweiten Laktation der Stiermutterkommission neu vorgestellt werden.
Das angewandte Zuchtwertschätzverfahren für die Leistungskriterien ist das Testtagsmodell. Insgesamt wurden der Stiermutterkommission im Berichtsjahr 2017 53 Mehrmelkkühe vorgestellt.

Gezielte Paarung

Bei der gezielten Paarung ist es erfolgreich gelungen, die Züchter zu motivieren – 2017 wurden 122 Anpaarungsverträge abgeschlossen. Diese Zahl ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Ein Grund dafür ist sicherlich das lukrative Angebot der Alpengenetik. Alle Züchterinnen und Züchter sind an dieser Stelle aufgerufen, exterieurmäßig hochwertige Tiere gepaart mit guten Zuchtwerten für einen Anpaarungsvertrag weiterhin bereit zu stellen.
Die empfohlenen Elitestiere wurden wiederum vom Zuchtausschuss der ARGE dritteljährlich neu festgelegt und können der untenstehenden Tabelle entnommen werden.


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