Zum_Nachdenken

Nachdenkpause - "Prioritäten verschieben sich"

Die aktuellen Entwicklungen zeigen uns sehr deutlich, wie schnell Unmögliches zur Realität wird, für viele Menschen schon apokalyptisch anmutend. Die Prioritäten des täglichen Lebens haben sich in kürzester Zeit drastisch verschoben. Auf einmal ist die Frage: "Hat man genug Lebensmittel zu Hause?", eine sehr wichtige geworden.
Die für unsere Zeit definierten Ziele immer weiter, schneller und höher zeigen uns klar die Grenzen. Wir werden sie überdenken müssen!!! Wir werden aber auch überdenken müssen, ob immer billiger und günstiger - definiert in der "Geiz ist Geil"-Mentalität - nicht auch der falsche Weg ist. Lebensmittel sind für unsere Gesellschaft nur mehr spürbar als billige Notwendigkeit. Wir können es uns auch "leisten?", ein Drittel einfach wegzuschmeißen!

Diese Entwicklung bringt es auch immer mehr zustande, dass die heimische landwirtschaftliche Produktion durch Importe ausgetauscht wird. Am Beispiel Kalbfleisch ist diese Entwicklung genau ablesbar. Vor ca. 10 Jahren waren noch 2/3 des in Österreich verzehrten Kalbfleisches heimisch. Heute sind es nur mehr 1/3. Das mittlere Drittel wurde ausgetauscht - "heimische Kalbfleischproduzenten warfen das Handtuch und wurden ersetzt durch Billig-Importkalbfleisch". Im Extremfall heißt dies, dass wir in 10 Jahren fast 100 % Importkalbfleisch in Österreich verzehren. Unsere heimischen Kälber müssen deshalb exportiert werden?

Nun gerade jetzt sehen wir aber, wie wichtig es ist, dass unsere Bauern hochwertige Lebensmittel produzieren. Unsere Bauern versorgen uns mit Lebensmitteln, auch wenn die Grenzen geschlossen werden. Regionalität bedeutet Sicherheit. Vielleicht lässt diese Zeit die Wertschätzung für heimisch produzierte Lebensmittel wieder steigen, wo ein Mehrwert für Konsumenten auch einen höheren Produzentenpreis mit sich bringt. Bei genauer Betrachtung und aus den Erfahrungen der letzten Tage müssten eigentlich viele den großen Wert der bäuerlichen Leistungen für die Gesellschaft erkennen. Auch hier müssen sich die Prioritäten verschieben.

Christian Moser
Leiter Kommunikation
Rinderzucht Tirol


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