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Holstein und Jerseytag – Zucht auf Funktionalität als Grundlage für langlebige Kühe

Im Rahmen der Veranstaltung stellte Zuchtleiter Bruno Deutinger das neue Besamungsprogramm für Holsteins und Jersey vor. Selektiert wurde basierend auf Funktionalität zur Zucht von langlebigen Kühen. In den züchterischen Betrachtungen halten neben den funktionalen Merkmalen auch immer mehr Merkmale der Automatisierung von Stallarbeiten Einzug. Diesen Entwicklung wird auch schon in den züchterischen Strategien große Beachtung geschenkt. Insgesamt 25 Holsteinstiere sind im Stierkatalog enthalten, davon sind 15 mit der Kennzeichnung „Lebensleistungskünstler“ gekennzeichnet. Das Jerseyangebot wurde seit vergangenen Jahr auf fünf Stiere ausgebaut. Hier heißt es die Vorteile in den Inhaltsstoffen zu erhalten bzw. verbessern unter Beachtung positiver Exterieur- und Leistungsvererbung. Große Beachtung wurde den Ausführungen von Deutinger bei der Erklärung der Exterieureinstufung geschenkt. Das Exterieur gilt wohl als eine wichtigsten Basis für langlebige Kühe. Neue Kriterien wie Locomotion, Body Condition Score (BSC),… halten in der Bewertung immer mehr Einzug. Große Bedeutung hat hier die Klauengesundheit. Im Projekt KuhVision sind rund 50 Betriebe in Österreich – davon 5 in Tirol - dabei, um interessante Daten für ihre Betriebe in der Klauengesundheit und Tiergesundheit im allgemeinen  und weitere Entwicklungen in diesem Bereich zu erhalten.

Tierbeurteilungsbogen                         Klassifizierung Holstein, Jersey

Höhepunkt war schlussendlich die Betriebspräsentation von Josef Hetzenauer. Der Stall wurde als Versuchsstall für seine Stallbaufirma Hetwin entwickelt. 2012 wurde der Laufstall mit Hetwin-Technik für fast 60 Kühe mit Melkroboter neu gebaut. Herzstück des Stalles ist der firmeneigene Fütterungsroboter. Die Kühe sowie das Jungvieh sind in Gruppen geteilt. Mit dem Roboter kann Hetzenauer jede Gruppe gezielt und immer mit frischem Futter versorgen. Der Roboter schiebt das Futter auch nach. Die Leistung pro Kuh ist nach der Umstellung auf die Laufstallhaltung um fünf Kilogramm täglich gestiegen. Das Zuchtziel definiert Hetzenauer für seinen Betrieb so. Er will Kühe mit besten Fundamenten und Eutern. Diese Eigenschaften brauchen sie auch unbedingt für die Alm im Sommer. Für einen erfolgreichen Zuchtviehverkauf sind ebenso Kühe mit guten Eutern und Fundamenten notwendig. Grundsätzlich gibt er den Roten Holsteins den Vorzug, da sie seiner Meinung nach stabiler sind als die Schwarzen. Neben der Holsteinzucht stieg der Betrieb vor zwei Jahren auch in die Wagyuzucht ein. Die moderne Stalltechnik mit dem Know-how aus Langkampfen wird bereits in 16 Länder exportiert. Hauptmarkt ist der deutschsprachige Raum. Kürzlich besuchte den Betrieb sogar eine Gruppe der Hutterer aus Calgary in Kanada und überzeugte sich von der Fütterungstechnik mit abschließender erfolgreicher Auftragserteilung an die Firma Hetwin. Mehr dazu kann man auf www.hetwin.at erfahren.


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