Generalversammlung 2019

Rinderzucht Tirol eGen – Generalversammlung

Bei dieser Generalversammlung wurde Rechenschaft abgelegt über das erste gemeinsame Jahr der in der Rinderzucht Tirol eGen zusammengeführten Organisationen. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Kaspar Ehammer anführte, war die Fusion von vielen Unbekannten begleitet. Trotzdem konnte die Zusammenführung erfolgreich umgesetzt werden. Umso erfreulicher ist auch, dass im ersten Bilanzjahr ein Gewinn von 95.547,42 € bei einem Umsatz von über 26 Millionen € ausgewiesen werden konnte. Vorstandsvorsitzender Christian Straif berichtete in seinen Ausführungen über die Entwicklung im vergangenen Jahr unter dem gemeinsamen Dach der Rinderzucht Tirol. Eine immer größer werdende Herausforderung stellt die gesellschaftliche Diskussion dar. Die Themen Tierwohl und Tiertransporte zeigen mittlerweile Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Für die Rinderzucht Tirol eGen sind diese vor allem spürbar in der Abwicklung von Lebendtiertransporte für Zuchtvieh und Einstellkälber. 2020 wird auch ein Hauptaugenmerk in der Kälbervermarktung gelegt. Ziel muss es sein, den heimischen Produktionsanteil wieder zu heben. Gestartet wurde in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Schafzuchtverband das Projekt „Berglamm“. Die Effizienzsteigerung durch Zusammenführung von Beratungs- und Vermarktungskompetenzen beider Organisationen sind für dieses Projekt zukunftsentscheidend. Weiter gearbeitet wird in der Rinderzucht Tirol eGen am Ausbau der Digitalisierung im Servicebereich und im Stallmanagement. 2020 soll zudem der Start für die Neuaufstellung des Produkthandels und die Bürozusammenführung in der Zentrale Innsbruck stattfinden.

Hauptreferat von Hannes Royer

Höhepunkt des Abends war das Referat von Hannes Royer mit dem Titel „Wie Konsumenten ticken - Warum Bauern die besten Botschafter ihrer Produkte sind!" Royer ist Gründer des Vereines „Land schafft Leben“. Vereinziel ist die Aufklärung der Konsumenten zu Themen der Landwirtschaft. Wie Royer anführte, ist das Wissen der Konsumenten über die Landwirtschaft gering. So muss es auch im Sinne der Bauern sein, die Konsumenten über ihre Tätigkeit aufzuklären. Das früher vorherrschende Rollenbild, dass Konsumenten sich von der Produktion beeinflussen lassen, ist heute Geschichte. Der Konsument entscheidet frei und selbständig am großen Markt. War früher der Anteil für Ausgaben beim Essen bei 40 % so sind das heute nur mehr 9 %. Der soziale Gedanke der Konsumenten im Sinne der Unterstützung von Bauern hat nachnachgelassen. Ein großes Argument für die Bauern ist aus Sicht der Konsumenten die Bewirtschaftung des Lebensraumes. Seit diesem Jahrtausend hat die „Geiz ist geil“ Mentalität immer mehr Einzug gehalten. Seit fast 20 Jahren steht dieser von der Elektronikhandelskette Saturn ins Leben gerufene Werbespruch im Einkaufsverhalten an oberster Stelle. In der Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten bedeutet dies oft den Verkauf unter dem Einstandspreis in den sogenannten Aktionen.
Aus Gesprächen mit den Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels berichtete Royer, dass wenn keine Aktion gefahren wird, ein Umsatzrückgang von einem Viertel bis einem Drittel zu spüren ist. Dies ist doppelt spürbar für den Handel, weil dadurch die Kundenfrequenz im Geschäft sinkt und damit auch der Verkauf von anderen Produkten. Vor allem Fleisch ist für die Supermärkte ein Frequenzbringer. Ein immer wichtiger werdender Bereich ist das Essen außer Haus. Rund 4 Millionen Österreicher essen täglich nicht zu Hause. Hier muss man große Anstrengungen aufbringen, um in diesem Bereich mit den heimischen Produkten besser und größer vertreten zu sein. Diese Problematik ist auch im Tourismus erkennbar, wo laut Royer rund 9 % auf dem Teller aus Österreich stammen. Viele Touristen gehen davon aus, dass aber österreichische Produkte auf dem Teller sind. Um diese Entwicklungen umzukehren, müssen die Bauern auf diese Umstände hinweisen. Nur mit Aufklärung kann hier eine Verbesserung erfolgen.
Abschließend gab Hannes Royer noch einige seiner Überlegungen zur Klimadiskussion den über 300 Besuchern mit. Wenn auch medial oft die Landwirtschaft als Umweltsünder in dieser Thematik erwähnt wird, so ist für Royer hier die Landwirtschaft die Lösung dieser Problematik. Die Landwirtschaft ist der einzige Produktionszweig der CO2 auch speichern kann. Rund 71 % sind weltweit Grünland und können damit nur über den Wiederkäuermagen veredelt werden. Diese Flächen sind essentiell für die Bindung von großen Mengen CO2 und damit ein wichtiges Argument in der aktuellen Klimadiskussion. Royer schloß seinen Vortrag mit der wichtigen Botschaft: „Die Bauern haben es selber in der Hand, über ihre erfolgreiche Zukunft zu entscheiden!

Krönender Höhepunkt der Generalversammlung war die Ehrung der neuen Jungzüchter-Profis, Preisträgern von ZAR- und Staatspreisen und der Besitzer der neuen 100.000 Liter Lebensleistungskühe Golden Girls. Anschließend an die Generalversammlung gab es die Verpflegung mit regionalen Produkten.

Auszeichnungen Generalversammlung

Auszeichnungen 100.000 Liter Kühe


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