ARGE Holstein Klassifiziererschulung 2019

ARGE Holstein Klassifiziererschulung 2019 auf sehr gutem Niveau

Die zweitägige Schulung fand im Oktober in Maishofen statt. Neben dem theoretischen Teil wurde der praktische Bereich sowie eine Wiederholbarkeitsüberprüfung am Betrieb von Familie Wenger, Schönhofholsteins abgehalten. Die Auswertungen zeigten, wie einheitlich in Österreich die Holstein- und Jerseykühe bewertet werden. Auch die gute und konstruktive Arbeit sowie Zusammenarbeit der Teilnehmer ist besonders zu erwähnen.
Die Kuheinstufung hat in Österreich weiterhin einen großen Stellenwert. Die Einstufungen sind nicht nur für die Zuchtwertschätzung wichtig, sondern für jeden einzelnen Betrieb ein Instrument um die Stärken und Schwächen seiner Kuhherde einzuschätzen, um diese züchterisch bestmöglich zu bearbeiten.

Gastreferat als Abendprogramm
Als Abendreferent fungierte Dr. Stefan Rensing vom vit in Verden, Deutschland. Unter dem Titel „Aktuelles aus der Zuchtwertschätzung“ berichtete er über folgende Themen wie z.B. Gesundheitszuchtwerte, Zuchtwert Kälberfitness sowie KuhVision uvm.

Seit April dieses Jahres gibt es eine Zuchtwertschätzung für direkte Gesundheitszuchtwerte in der 13 Einzelmerkmale geschätzt und in vier Merkmalskomplexen zusammengefasst werden. Dies sind RZEuterfit, RZKlaue, RZRepro und RZMetabol die den neuen RZGESUND bilden. Es wurde in der Holsteinzucht seit jeher auf Gesundheit und Langlebigkeit gezüchtet. Mit diesen neuen Zuchtwerten können wir in der Holsteinszene noch mehr erreichen und sind allen Rassen, aber auch zu vielen anderen Ländern einen großen Sprung voraus, so Dr. Rensing.
Dr. Rensing stellt klar fest, dass die Sicherheit der deutschen ZW für Gesundheitsmerkmale im internationalen Vergleich hoch ist.
Zum Thema KuhVision gibt es ebenfalls viel positives zu berichten. In Summe sind mehr als 1.500 Betriebe (davon 60 in Österreich) beim Projekt dabei. Bis dato wurden mehr als 416.000 weibliche Tiere genomisch typisiert und 125.000 Tiere davon haben schon eine 100 Tage Leistung (Kuh-Phänotypen). Diese teilnehmenden Betriebe liefern täglich wichtige Informationen aber vor allem auch Gesundheitsdaten. Nur durch die größte Rassenpopulation der Rasse Holstein ist so etwas großartiges möglich und bringt positiven Nutzen für die Betriebe.
Ausblick 2020/2021
Der Gesamtzuchtwert wird in den kommenden Jahren neu überarbeitet und sollte einige neue Merkmale beinhalten. Desweiteren sollte ein zusätzlicher Gesamtzuchtwert auf rein ökonomischer Basis, der als Euro-Wert ausgedrückt wird entwickelt werden. Auch ein Zuchtwert für Futtereffizienz wäre sehr anstrebenswert so der Referent, jedoch ist die Datengrundlage dafür sehr schwierig aber nichts ist ausgeschlossen.


Rinderzucht Tirol . Brixner Straße 1 . 6020 Innsbruck . Tel: 059292 - 1832 . fax: 059292 - 1839
Email: rinderzucht@lk-tirol.at