Klauen-Q-Wohl - den Klauen mehr Beachtung schenken

Klauen-Q-Wohl - den Klauen mehr Beachtung schenken

Klauenpflege regelmäßig und fachgerecht
Funktionelle Klauenpflege regelmäßig und fachgerecht (Ausbildung!) durchgeführt, ist eine der wichtigsten Vorsorge-und Pflegemaßnahmen zur Gesunderhaltung der Klauen. Ziel der Klauenpflege ist es, das Gewicht der Kuh wieder gleichmäßig auf alle 8 Klauen zu verteilen. Die Überbelastung einer Klaue (zumeist der Außenklaue) oder zu lange Klauen bergen die Gefahr in einer Lahmheit zu münden. Lahme Kühe verändern ihr Fress-, Geh- und Liegeverhalten, geben weniger Milch, zeigen die Brunst nicht oder schwächer und sind anfälliger für weitere Erkrankungen. Schätzungen zu Folge kann man mit direkten und indirekten Kosten bis zu 450 € pro lahmer Kuh und Jahr rechnen, dies steht den Vorsorgekosten von 10-20€ pro Kuh und Klauenpflege gegenüber. Wie häufig die Klauenpflege durchgeführt werden sollte, ist betriebsindividuell unterschiedlich und sollte gemeinsam mit dem Klauenpfleger und in Abhängigkeit von der Klauengesundheit der Herde abgestimmt werden. Es gibt einzelne Tiere, die eine höhere Klauenpflege-Frequenz benötigen als andere.
Regelmäßige funktionelle Klauenpflege ist entscheidend – mindestens 2-3 Mal pro Jahr, aber letzten Endes eigentlich individuell an die Tiere angepasst, sollten Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. In Laufställen und mit zunehmender Leistung sollten die Intervalle etwas kürzer werden. Optimal ist die Anpassung der Klauenpflegetermine an den Lebenszyklus der Kuh. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass die Kuh zu Beginn der Laktation gut zu Fuß ist d.h. lahmheitsfrei zum Zeitpunkt der Besamung ist sowie mit gesunden Klauen in die Trockenstehzeit gehen kann. Ziel ist es, schmerz- bzw. krankheitsbedingten Stress zu verhindern und somit einen guten Start in Aufnahme und Trächtigkeit zu gewährleisten. Wichtig ist es, bereits beim Auftreten von leichten Lahmheiten sofort zu reagieren, um keine hochgradigen Gesundheitsprobleme entstehen zu lassen.
Nehmen Sie sich für die Klauenpflege bewusst Zeit und planen Sie diese rechtzeitig (Terminvereinbarung mit dem Klauenpfleger). Ihre Kühe und ihr Klauenpfleger werden es Ihnen danken.


Digitales Klauenpflegeprotokoll
In Österreich bieten verschiedene Bildungseinrichtungen zertifizierte Ausbildungskurse für Landwirte und überbetriebliche Klauenpfleger an. Das Führen von Klauenpflegeprotokollen, ist bereits ein fester Bestandteil dieser Ausbildungen geworden, heutzutage i.d.R. in digitaler Form.
Am Klauenpflegeprotokoll wird niedergeschrieben, welche Klauenbefunde an welcher Klaue (Außen-/Innenklaue oder zischen den Klauen) und an welchem Bein (hinten/vorne, rechts/links) bei der Klauenpflege zum Vorschein kommen. Hat ein Betrieb vermehrt Probleme mit Klauenerkrankungen (z.B. häufig Lahmheiten), so ist es wichtig den Ursachen auf den Grund zu gehen. Das Klauenpflegeprotokoll kann dabei unterstützen, denn erst die Kenntnis über den Grund einer Lahmheit (z.B. Sohlengeschwür oder Mortellaro) ermöglicht es passende Maßnahmen zur Verbesserung zu finden. Nur wer dokumentiert bewahrt sich auch im zeitlichen Verlauf einen Überblick über die Klauengesundheit von Einzeltieren und seiner Herde.


Projekt Klauen-Q-Wohl in Tirol
Das Projekt "Klauen-Q-Wohl" wurde initiiert, um österreichweit eine Infrastruktur zur zentralen und einheitlichen Erfassung von Klauenbefunden aufzubauen, sowie Möglichkeiten und Bewusstsein für die Klauenpflege und digitale Dokumentation zu schaffen. Ziel ist es, mit den dokumentierten Befunden Zuchtwerte für Klauengesundheit, sowie Kennzahlen und Auswertungen zur Unterstützung des Herdenmanagements zu entwickeln. In Tirol gibt es bereits 4 zertifizierte Klauenpfleger, die am Projekt Klauen-Q-Wohl teilnehmen, d.h. mit digitalen Klauenpflegeprotokollen arbeiten und über eine Datenschnittstelle zum RDV verfügen. Jede Landwirtin, jeder Landwirt, der nicht nur ein ausgedrucktes Protokoll möchte, sondern auch einer Datenübertragung zustimmt, hat den Vorteil, dass sie/er jederzeit auf das Klauenpflegeprotokoll und verschiedene Auswertungen zur Klauengesundheit für seine Tiere auch im LKV Herdenmanager und in der RDV mobil App Zugriff hat. Für den funktionierenden Datenaustausch genügt die einmalige Unterzeichnung einer Zustimmungserklärung. Bei Interesse, wenden Sie sich an den LKV oder Zuchtverband in Tirol.

Klauen-Q-Wohl Klauenpfleger in Tirol:
Sebastian Kofler, Gemeinde Brandenberg, Bez. Kufstein. Tel. Nr. 0650 7774185
Georg Lackner, Gemeinde Kirchdorf in Tirol, Bez. Kitzbühel. Tel. Nr. 0664 4220228
Viktor Partl, Gemeinde Silz, Bez. Imst. Tel. Nr. 0664 88781971
Georg Schöpfer, Gemeinde Wildschönau/Auffach, Bez. Kufstein. Tel. Nr. 0676 4991210

„Jede Züchterin und jeder Züchter leistet durch die Dokumentation der Klauenpflege und elektronische Erfassung der Daten im RDV einen wertvollen Beitrag um die Entwicklung neuer Herdenmanagementtools voranzutreiebn und die züchterische Verbesserung der Klauengesundheit in Österreich zu ermöglichen.“
Ab sofort elektronisch dokumentieren für einen besseren Überblick über die Klauengesundheit ihrer Herde!


Rinderzucht Tirol . Brixner Straße 1 . 6020 Innsbruck . Tel: 059292 - 1832 . fax: 059292 - 1839
Email: rinderzucht@lk-tirol.at