RINDERKENNZEICHNUNG

RINDERKENNZEICHNUNG

Mit der Änderung der EU-VO 1760/2000 zur Rinderkennzeichnung und Rindfleischetikettierung durch die EU-VO 653/2014 wurde den Mitgliedstaaten vorgeschrieben, dass ab 18. Juli 2019 die Möglichkeit einer elektronischen Kennzeichnung von Rindern gegeben sein muss. Eine darüber hinaus gehende Ausnahme von dieser Frist ist nicht vorgesehen. Es obliegt den einzelnen Ländern zu entscheiden, ob die elektronische Kennzeichnung freiwillig oder verpflichtend eingeführt werden soll.

In Österreich wurde nach Information und Einbindung der betroffenen Sektoren beschlossen, verpflichtend eine elektronische Ohrmarke als elektronische Kennzeichnung einzuführen. Nach breiter Anwendung in den Betrieben können damit mittelfristig Vorteile im Management durch die leichtere und fehlerfreie Erfassung von Einzeltieren oder auch größeren Gruppen und beim Tierverkehr erzielt werden, die bei freiwilliger Anwendung nicht gegeben wären.

Mit der in Österreich seit 01. Oktober 2019 eingeführten Verpflichtung der Kennzeichnung mit elektronischen Ohrmarken bei neu geborenen Kälbern bzw. mit der automatischen Zusendung elektronischer Ohrmarken bei Verlustmeldungen, zeigten sich in einzelnen Fällen praktische Probleme. Diese bestehen im Wesentlichen darin, dass einige elektronische Stalleinrichtungssysteme für Tränkeautomaten, Kraftfutterstation, Viehwaage, Melkroboter etc. nicht ohne Anpassungen mit der neuen elektronischen Ohrmarke kompatibel sind.

Nach einer ersten Besprechung mit Herstellerfirmen wird von bisher wenigen aufgetretenen Fällen berichtet. Es ist darauf hinzuweisen, dass die nach entsprechender Ausschreibung und Auswahl in Österreich eingesetzten Ohrmarken in einwandfreiem technischen Zustand gemäß den geltenden ISO-Normen sind und es ausschließlich um die störungsfreie Eingliederung der neuen Ohrmarken in am Betrieb bestehende Systeme geht.

Zur Lösung dieser Anlaufschwierigkeiten sollen Betriebe mit solchen Systemen ausreichend Zeit erhalten, um die erforderlichen Anpassungen vornehmen zu können. Diese Adaptionen reichen – betriebsindividuell verschieden- von einer einfachen Initialisierung der Ohrmarkennummern in bereits bestehenden Systemen am Betrieb, erforderlichen Software-Updates oder anderen, mit den Herstellern von Stalleinrichtungssystemen zu treffenden Maßnahmen. Sollten sich daher Probleme beim Einsatz der neuen elektronischen Ohrmarken zeigen oder wurden Betriebe von den Herstellerfirmen der Stalleinrichtungssysteme entsprechend informiert, sollten diese Betrieb vorerst weiterhin konventionelle Ohrmarken verwenden können.
Dazu können folgende Schritte gesetzt werden:

Verlustohrmarke (Wahlmöglichkeit elektronisch/konventionell)
Bei Anforderung einer Verlustohrmarke kann neben einer elektronischen Ohrmarke auch eine konventionelle Ohrmarke gewählt werden

Meldung bei der AMA
In begründeten Einzelfällen und bei Vorhandensein bestimmter technischer Stalleinrichtungssysteme werden auf Basis eines entsprechenden Antrags (Formblatt AMA) an diese Betriebe weiterhin konventionelle Ohrmarken zur Kennzeichnung von Kälbern versendet.

Technische Abklärungen mit Herstellerfirmen
In den nächsten Monaten finden intensive Gespräche mit den Herstellerfirmen über technische Lösungsmöglichkeiten zu den aufgetretenen Problemen der einzelnen Systeme statt.

Es bleibt jedoch festzuhalten, dass für die große Mehrheit der Betriebe mit keinerlei Problemen durch die neuen Ohrmarken zu rechnen ist. Für diese Betriebe gilt weiterhin, dass bestehende Altbestände an konventionellen Ohrmarken noch bis spätestens 30.04.2020 verwendet werden können.

FORMBLATT - Antrag auf Ausnahme von der Belieferung mit elektronischen Rinder Ohrmarkensets


Rinderzucht Tirol . Brixner Straße 1 . 6020 Innsbruck . Tel: 059292 - 1832 . fax: 059292 - 1839
Email: rinderzucht@lk-tirol.at