Mercosur

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LK-Präsident Josef Hechenberger sieht im EU-Mercosur-Deal eine massive Gefährdung der heimischen Landwirtschaft.

Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay: Nach fast zwei Jahrzehnten ist der EU-Deal mit den Mercosur-Staaten ausverhandelt. Die Kommission erwartet sich durch den besseren Zugang zu den vier großen Märkten Wachstumschancen für die Wirtschaft – auf Kosten der heimischen Landwirtschaft.

„Im Gegensatz zu den TTIP-Verhandlungen ist die Kritik am Mercosur-Abkommen nie in der breiten Öffentlichkeit angekommen, obwohl die Auswirkungen dieses Deals nicht weniger gravierend sind. Die Landwirtschaft hat sich gewehrt, aber die Wirtschaftslobby war scheinbar stärker“, sieht LK-Präsident Josef Hechenberger seine Befürchtungen bestätigt. Dabei kritisiert Hechenberger mehrere Aspekte des Paktes: „Die Höhe der geplanten Agrarimporte ist ein Wahnsinn, gerade im Hinblick auf die damit verbundenen Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt. Einerseits werden von unseren heimischen Bäuerinnen und Bauern immer höhere Standards verlangt, andererseits öffnet die EU mit einem neuen Abkommen Tür und Tor für Produkte aus der Agrarindustrie, die unter völlig anderen Grundsätzen produziert werden – Stichwort Pflanzenschutzmittel! Von der Rodung der Regenwälder für einen immer weiteren Ausbau der agrarischen Produktion, niedrigen Tierwohlstandards und mangelnder Transparenz ganz zu schweigen! Themen wie Umweltschutz oder Klimawandel dürften bei den Verhandlungen offenbar keine Rolle gespielt haben!“

Klares Bekenntnis zur europäischen Landwirtschaft gefordert
Nach Bekanntwerden der ernüchternden Details des Mercosur-Abkommens fordert LK-Präsident Hechenberger nun ein klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft: „Wenn wir immer mehr Freibriefe an die Agrarwirtschaft aus dem EU-Ausland ausstellen, erwarte ich mir, dass die Daumenschrauben an der heimischen Landwirtschaft nicht ständig noch weiter angezogen werden. Im Gegenteil: Es braucht jetzt ein klares Signal der Unterstützung unserer Familienbetriebe, die preislich in direkter Konkurrenz zum ausländischen Massenprodukt stehen. Wir verbessern uns gerne stetig weiter und sind auch bereit, zugunsten der Nachhaltigkeit höhere Produktionskosten in Kauf zu nehmen. Daher sollte die Herkunft verpflichtend am Produkt sichtbar sein, damit die Konsumenten sich entscheiden können, welche Art von Landwirtschaft sie unterstützen!


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