EUROgenetik traf sich in Baden-Württemberg

EUROgenetik traf sich in Baden-Württemberg

Die Rinderunion Baden-Württemberg (RBW) lud zur Besichtigung der Sexing-Station Bad Waldsee ein. Die RBW betreibt dort sehr erfolgreich als eine der wenigen bäuerlichen Zucht- und Besamungsorganisationen weltweit eine unabhängige Laborinfrastruktur, um den Mitgliedern in Baden-Württemberg und auch in der EUROgenetik geschlechtssortiertes Sperma heimischer Genetik anzubieten. Das Labor wird von der RBW-Tochter der RBW Genetik GmbH betrieben. Diese steht zudem als Dienstleisterin für andere mitteleuropäische Besamungsstationen zur Verfügung. Dr. Alfred Weidele und Dr. Anne-Rose Fischer führten durch das Labor, in welchem monatlich bis zu 35.000 Dosen gesextes Sperma produziert werden.

Am späten Nachmittag folgten im Tagungshotel in Bad Waldsee Fachvorträge von Dr. Dierck Segelke (VIT Verden) und Dr. Philipp Muth (RBW). Dr. Segelke war online zur Thematik Beef on Dairy zugeschaltet. Die in den vergangenen Jahren gestiegene Gebrauchskreuzung mit Fleischbullen auf Milchrassen weltweit, bietet auch für Fleckvieh eine zusätzliche Chance in der Spermavermarktung. Die Doppelnutzungsrasse Fleckvieh überzeugt im Rassenvergleich als Kreuzungspartner nicht nur durch beste Ergebnisse im Bereich Kalbverhalten und Totgeburtenrate sowie solide Mastleistung, durch die sehr gute Milchleistung sind auch die weiblichen Tiere in der Milchproduktion und auch als Muttertiere in der Fleischproduktion interessant. Im Anschluss daran stellte Dr. Muth die Herdentypisierungsprogramme der RBW über alle Rassen vor. Die Selektionsmöglichkeiten durch die Herdentypisierung lassen sich bestens mit einer dem Betrieb angepassten Strategie beim Einsatz von gesextem Sperma und/oder Gebrauchskreuzung kombinieren. Nach dem Abendessen war Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion.

Am Freitag fand die Mitgliederversammlung der EUROgenetik EWIV statt. Die Geschäftsführer Dr. Hans Aumann vom Besamungsverein Neustadt a. d. Aisch und Ing. Christian Straif von der Rinderzucht Tirol konnten über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 berichten. Neben den üblichen Regularien richtete sich der Blick vor allem auf den Bullenankauf im letzten Jahr und die anstehenden Veranstaltungen mit Bundesfleckviehschau in Freistadt (Österreich) und EuroTier in Hannover (Deutschland). Die EUROgenetik-Partner stellten im vergangenen Jahr insgesamt 150 Fleckvieh-Bullen ein, wobei neben der Spitze in den Toplisten vor allem auch die Breite der Genetik in Linien und Vererbung besonders Berücksichtigung finden. Als Gradmesser für die bestmögliche Rekrutierung von Genetik für die Mitglieder der EUROgenetik gilt immer noch die Konkurrenzfähigkeit der nachkommengeprüften Bullen. Die Toplisten belegen die sehr gute Arbeit bei der Umsetzung der Zuchtprogramme in den Basisorganisationen. Im Hornlos-Angebot bestätigt sich die Führungsrolle von EUROgenetik in der Fleckviehzucht besonders eindrucksvoll. Bei den anstehenden Großveranstaltungen in Freistadt und Hannover sind wieder Präsentationen von Nachzuchtgruppen ausgewählter EUROgenetik-Vererber geplant.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung ging es auf den Fleckviehzuchtbetrieb der Familie Keller nach Allmendingen-Hausen. Der 2. stellvertretende Vorsitzende der RBW Joachim Keller führte durch seinen Betrieb. Highlight war die Präsentation verschiedener Kuhfamilien und Nachzuchtkühe von EUROgenetik-Vererbern wie z.B. Vollkommen PP, Exklusiv, Hayabusa, Weyer, Herzau, Siwil, Wille und Malaga Pp* durch den RBW-Zuchtleitungsassistenten Gerald Autenrieth.


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