Afrikanische Schweinepest

Afrikanische Schweinepest

Auslaufflächen bei Schweinen müssen doppelt eingezäunt werden

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen. Die beim Schwein meist fieberhaft verlaufende Seuche stellt eine große Gefahr für die gesamte Schweinpopulation dar. Sie befällt sowohl Haus- als auch Wildschweine, stellt jedoch für andere Tierarten oder den Menschen keine Gefahr dar. Die Problematik dieser Viruserkrankung ist, dass der Verlauf der Erkrankung von heftig bis langsam verlaufen kann, und nicht immer typische Krankheitssymptome gezeigt werden. In der Anfangsphase der Einschleppung erkranken meist nur einzelne Tiere, die meistens verenden. Die Tatsache, dass der Erreger der Afrikanischen Schweinepest sehr widerstandfähig ist und sehr lange in Fleisch und Fleischwaren überlebt, fördert die Ausbreitung dieser Seuche. Durch die nach Auftreten von Seuchenfällen bei Wildschweinen bzw. Hausschweinen geltenden Handelsrestriktionen (Exportverbot in Drittländer, Restriktionen innerhalb der EU) entstehen existenzbedrohende Verluste für die gesamte Schweinebranche.

Übertragung der Afrikanischen Schweinepest

Die Übertragung der Afrikanischen Schweinepest erfolgt meist durch infizierte Schweine (Wild- oder Hausschweine) oder das Verfüttern von mit dem Virus kontaminierten Speiseabfällen (zB. Wurstwaren aus Wildschweinfleisch) durch den Menschen. Diese Viruserkrankung kann jedoch auch mittels Mensch - Tier Kontakt durch unsaubere Kleidung oder Ausrüstung übertragen werden. Aufgrund des derzeit noch geringen Vorkommens von Wildschweinen in Tirol stellt bei uns vor allem ein Verfüttern von Speiseresten (zB. Reiseproviant von 24-Stunden-Pflegekräften oder von Urlaubsgästen aus Osteuropa) das größte Risiko für eine Seucheneinschleppung dar. Erhöhte Hygienestandards sowie Zutrittsverbote von betriebsfremden Personen in den Schweinestall sind sinnvolle Maßnahmen eine Übertragung entgegenzuwirken. Des Weiteren muss auf jeden Fall verhindert werden, dass Wildschweine Kontakt zu Hausschweinen haben und somit den Virus in die Hausschweinepopulation eintragen. Wildschweine gelten deshalb als besonders gefährlich, da sie sich aus Osteuropa bzw. Ostösterreich immer weiter ausbreiten und mittlerweile auch den Weg bis auf Tiroler Almen geschafft haben.

Gegenmaßnahmen

Die Krankheit breitet sich von Osteuropa über Ungarn und der Slowakei immer weiter Richtung Westen aus und hat im Herbst 2020 über Polen auch Deutschland erreicht. In den Baltischen Ländern ist die Afrikanische Schweinepest bereits in der Wildschwein- als auch der Hausschwein-Population ausgebrochen. Das oberste Ziel der Veterinärbehörden und Schweinebauern ist die Verhinderung einer Einschleppung nach Österreich, sowie mögliche Ausbrüche schnellstmöglich zu erkennen und Vorbeugemaßnahmen zu treffen. Laut Schweinegesundheitsverordnung muss neben zahlreichen Biosicherheitsmaßnahmen auch der Schweineauslauf eine doppelte Umzäunung haben. Unter Biosicherheit versteht man Hygienemaßnahmen, die die Krankheitseinschleppung- und Verbreitung bestmöglich verhindern sollen. Weitere geltende Vorgaben der Schweinegesundheitsverordnung sind durch die schweinehaltenden Betriebe umzusetzen. Informationen dazu finden sich auf den Websites des Gesundheitsministeriums (verbrauchergesundheit.gv.at). des VÖS (Verband Österreichischer Schweinebauern abrufbar.

Doppelte Umzäunung bei Auslaufflächen

Die Doppelte Umzäunung hat den Sinn, dass der direkte Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen unterbunden werden soll. Außerdem soll dadurch auch ein Füttern durch fremde Personen (zB. durch Wanderer bei der Haltung von Almschweinen) unterbunden werden. Der Mindestabstand zwischen den beiden Zäunen muss mind. 1 Meter betragen. Die Beschaffenheit der äußeren Umzäunung muss so gewählt werden, dass ein Untergraben durch Wildschweine verhindert wird, sowie eine Mindesthöhe von 1,50 Metern aufweisen muss. Als Untergrabungsschutz gilt zum Beispiel eine stromführende Litze auf der Außenseite des Zauns. Die Beschaffung des inneren Zaunes muss so ausgeführt werden, dass die Schweine nicht an den äußeren Zaun gelangen können. Stromführende Litzen haben sich dabei als praktikable Lösung erwiesen. Als Beispiel für eine doppelte Umzäunung gilt folgende Skizze.


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